Keltischer Schamanismus

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In allen Völkern dieser Erde gab und gibt es Schamanen. Im Allgemeinen sind die Schamanen der nordamerikanischen Indianervölker die bekanntesten. Unter Fachleuten gilt jedoch der sibirische Schamanismus als besonders bemerkenswert, weil über die Rituale des sibirischen Schamanismus bis heute am meisten bekannt ist.

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Beim Schamanismus verschmilzt Religion mit der Heilung, Grenzen werden verwischt und dafür neue Welten eröffnet. Ein Schamane – gleich welcher Kultur – hat die Fähigkeit, im Zustand der Ekstase die höheren Mächte oder Geister einer anderen Welt direkt zu erreichen und ihre Mächte zur Heilung der Menschen im Diesseits einzusetzen.

In Europa gab es schon während der Steinzeit bei den verschiedenen keltischen Völkern die ersten Schamanen. Ihr Wissen erweiterte und vergrößerte sich über die Jahrhunderte. Rituale und Zeremonien hielten die Kelten auch während ihrer Wanderungen durch Europa zusammen und festigten sie zu einem Volk. Viele ihrer Traditionen prägen bis heute unser Leben, ohne dass wir modernen Europäer uns darüber im Klaren sind. Aber das Entzünden von Lichtern auf Weihnachten, der Tanz auf Ostern, die Feste zur Mittsommerzeit – all das sind alte, überlieferte keltische Traditionen, die von Schamanen in der Urzeit als Rituale vor dem Volk und mit dem Volk durchgeführt wurden.

keltischer_schamanismus3Das Weltbild der Schamanen

Im keltischen Weltbild gab es keine klaren Götter, keinen Wotan, keinen Zeus und keinen „lieben Gott“. Kelten waren davon überzeugt, dass alles, was besteht, einen Geist und seine eigene Ausstrahlung hatte: Den Spirit. Alles, was die Kelten umgab, war im wahrsten Sinne des Wortes magisch. Selbst Steine hatten ihren eigenen Spirit, genau wie Gräser, Bäume, und natürlich Tiere und Menschen. Kelten sahen den Spirit als eine Quelle der Energie, die alles, was konkret vorhanden ist, umgibt. Deshalb sind wir in den Augen der Kelten von einem Energienetz umgeben, das die ganze Welt, jede Zelle und jedes kleine Staubkorn durchdringt und erreicht. Alle Gedanken, Gefühle und alle Taten sind vom Spirit geprägt und verändern sich, wenn das Energienetz verändert wird.

Keltischer Schamanismus ist – weil er völlig losgelöst von jeder Religion und jeder Gottes-Verehrung ist – allgemein gültig und kann unabhängig vom Glauben eingesetzt werden. Wahrscheinlich haben deshalb so viele keltische Rituale überlebt, obwohl es logisch gewesen wäre, wenn das Christentum sie verdrängt hätte.

keltischer_schamanismus1Wie halfen die Schamanen?

Keltische Schamanen hatten zur Hauptaufgabe, zwischen den Menschen und der Natur und aller Elemente eine Harmonie zu erzeugen. Kelten haben im Gegensatz zu anderen Völkern nie versucht, sich die Geister oder die Erde untertan zu machen. Spirits konnten den Körper einen Schamanen zu ihrem Wirkungskreis auswählen, und Schamanen sorgten dafür, dass alles im Gleichgewicht blieb oder zum Gleichgewicht zurückfand. Bei Krankheit berieten sie sich bei den Geistern der „Anderswelt“ und erfuhren so, welche Kräuter für eine Heilung wichtig waren. Sie berieten die Menschen in allen Fragen, sie heilten und trösteten und waren dank ihrer Weisheit die wichtigsten Männer und Frauen in einer Siedlung. Bei den Kelten waren Männer und Frauen völlig gleichberechtigt, deshalb war es auch von Anfang natürlich, dass beide Geschlechter sich berufen fühlen konnten.

keltischer_schamanismus6Die Welt der Schamanen und ihre Symbole

Es war einerseits ein heiliges Zeichen, das die Harmonie symbolisierte, andererseits war es – geschnitzt aus Holz – ein Maßstab zur Vermessung von Land.Kelten waren davon überzeugt, dass es an einigen Plätzen dieser Erde „dünne Räume“ gab. In diesen Gegenden war der Übergang vom Diesseits zum Jenseits fließend. Schamanen konnten dort die Spirits besonders leicht erreichen und hinüber in die „Anderswelt“ schreiten. Einer dieser Orte liegt bis heute in Glastonbury in Großbritannien.

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Dort, im „Reich den dünnen Schleier“, fanden die Kelten Avalon und Ynis Wydryn, die Glasinsel und das keltische Paradies. Bis heute werden dort keltische Schamanen ausgebildet.

Kelten benutzten für ihre Zeremonien gerne kreisrunde Labyrinthe, deren Zentren sie tanzend erreichten. Auf dem Weg zur Mitte gerieten sie langsam in Ekstase. Der Mittelpunkt eines Labyrinths galt als heilig. Einige christliche Kirchen wurden auf alten keltischen Kultstätten gebaut, in ihnen kann man teilweise heute noch mystische Labyrinthe finden. Die Kathedrale von Chartres ist ein gutes Beispiel dafür.

Andere bekannte Symbole sind das Pentagramm, das auch als Drudenfuß bezeichnet wird. Es war einerseits ein heiliges Zeichen, das die Harmonie symbolisierte, andererseits war es – geschnitzt aus Holz – ein Maßstab zur Vermessung von Land.

Die berühmte Doppelspirale, die man oft in keltischem Schmuck finden kann, war ein Symbol für das Werden und Vergehen. Sie zeigt das Leben von der Geburt bis zum Tod.